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Beim Eintritt in die Kirche eröffnet sich ein jetzt freier Blick bis zum Altar. Das war nicht immer so. Denn nach der Restaurierung im Jahre 1977 wurden die damals neuen Bänke in die Mitte und erst nach der letzten Renovierung im Jahre 2010 - insbesondere zur Möglichkeit festlicher Einzüge durch den Mittelgang - wieder an die Seiten gestellt.

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Der Blick nach vorne fällt zunächst auf den Taufbrunnen, der seit dem Jahre 2010 mitten in der Kirche steht. Er ist um 1920 aus Sandstein gefertigt worden, steht auf einem achteckigen Fuß und ist rundum verziert: Das PX steht als Zeichen/Symbol für Jesus Christus, drei Ringe für die Dreifaltigkeit, das A und O für Alpha und Omega und eine Taube für die Taufe. Der urspründliche Deckel aus Stein wurde 1980 durch einen Deckel aus Bronze ersetzt.

Vier barocke Holzfiguren schmücken die Seitenwände im vorderen Kirchenteil: links sind Johannes Nepomuk und der Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux, Gründer und Abt des Zisterzienserklosters, zu sehen; an der rechten Seite Josef mit dem Jesuskind und Antonius von Padua, ebenfalls mit Jesuskind.

Die Madonnenstatue mit Jesuskind an der Stirnwand (vorne re.) ist von einem Prunkrahmen ummantelt, der aus Teilen des ehemaligen neugotischen Beichtgestühls gefertigt wurde. Die Marienstatue wurde vom Künstler Josef Stöver aus Gescher geschnitzt und vom Ehepaar Josef und Maria Hendel, die einige Zeit bei Hankmann wohnten, 1970 der Hanseller Kirche vermacht.

Über dem Seiteneingang hängt das Gemälde „Beweinung Christi“. Der Münsteraner Künstler W. Lautenbach hat es in Anlehnung an barocke Vorbilder Ende des 19. Jahrhunderts gemalt.

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Der Altaraufsatz ist eine Familienstiftung (Dirkmann) und stammt aus dem Jahre 1900. Die Reliefs zeigen die Kindheitsgeschichte Jesu. Auf der linken Seite wird die Geburt Jesu mit den Heiligen drei Königen dargestellt. Die Könige versinnbilden die Völker der Erde. Auf der rechten Seite wird Jesus im Tempel gezeigt.

Zudem sind auf dem rechten Flügel der heilige Sebastian (Pfarrpatron von Nienberge) und dem linken Flügel, der nach Greven zeigt, der heilige Martin (Pfarrpatron von St. Martini in Greven) zu sehen.

Ganz oben über dem Kreuz pickt ein Pelikan sich Federn aus und gibt seine letzten Blutstropfen für seine Jungen her, wie Jesus sein Blut für uns vergossen hat.

Am Altar sind eine Fülle filigraner Schnitzereien, dem gotischen Maßwerk nachempfunden, und Blattwerk mit schlanken, spitzauslaufenden Türmchen (Fialen) zu sehen.

Vor der Liturgiereform war der steinerne Zelebrationsaltar Unterbau für den Hauptaltar. Seit der Reform steht die alte 3-Felder-Kanzelwand unter dem Altar und der steinerne Unterbau dienst als Zelebrationsaltar.

Die drei Chorfenster sind in Form einer Dreiergruppe angebracht. Die figürlichen Darstellungen in reicher neugotischer Farbgestaltung – ganz prächtig bei Sonneneinstrahlung - werden durch dekorative Rahmungen besonders hervorgehoben. Hergestellt wurden die Fenster von der Firma W. Derix aus Goch, die im gleichen Zeitraum zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch Fenster für den Vatikan fertigten. Die Firma durfte sich daher auch „päpstliche Hofglasmalerei“ nenen.

Das mittlere Chorfenster zeigt den segnenden Christus mit dem A und O als Weltenherrscher, das linke Fenster den Pfarrpatron Johannes Nepomuk und das rechte den Altenberger Pfarrpatron Johannes Baptist.

Das hängende Kruzifix ist ein Geschenk von Frau Agnes Jeiler, Haushälterin des ehemaligen (1967 – 1975) Pfarrers Albert Niewerth.

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Auf der gegenüberliegende Seite ist eine Betecke mit dem Gedenk/Totenbuch und dem Bild „Immerwährende Hilfe“ eingerichtet. Das aussagekräftge Bild mit der Gottesmutter, dem Jesuskind und den Erzengeln Gabriel und Michael hängt seit 1905 in der Kirche und soll von Rektor Hubert Schmale aus Rom mitgebracht worden sein.

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Im Rahmen der Renovierung 2009/10 erhielt die Kirche eine neue Orgelbühne aus gespendetem Eichenholz und die Orgel wieder ihren angestammten Platz auf dem Orgelboden. Die bei der Erweiterung der Kirche im Jahre 1900 errichtete Orgelbühne wurde 1977 wegen des Einbaus einer Fußbodenheizung abgerissen. Die neue Orgel mit sechs klingenden Registern aus der Werkstatt des Orgelbauers Matthias Kreienbrink/Osnabrück stand deshalb (bis 2010) rechts in der Kirchenmitte.

Bei dem Kreuzweg an beiden Wänden im hinteren Teil der Kirche handelt es sich um expressionistische Bilder, handkoloriert (Unikate) auf schwarzem Papier. Gemalt wurden sie 1920 von einem unbekannten Künstler, gestiftet von Colon Lütke Dahlmann und 2011 mit finanzieller Unterstützung einiger Hanseller Familien restauriert.

Unter der Orgelbühne soll eine uralte Beichtbank mit einer violetten Stola daran erinnern, dass die Kirche dem Patron des Bußsakramentes, Johannes Nepomuk, geweiht ist.

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Diese Kurzfassung eines Kirchenführers basiert auf einer Ausarbeitung von Gertrud Hinnemann (2013)
Quellenangaben:
Bau der Kapelle mit Rektorat von Antonia Dirkmann (1976)
Zweite erweiterte Auflage (1981)
Bistumsarchiv
Die Kapelle St.Joh. Nepomuk wurde vor 225 Jahren geweiht und weitere WN-Artikel von Karl Stening

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